Über uns

Geschichte

Seit 1204 ...

Die erste urkundliche Erwähnung durch Walter von Wellenberg geht ins Jahr 1204 zurück. Aus Rache, wegen der Überfälle auf ihre Handelsleute, zerstören die Zürcher im Auftrag Rudolf von Habsburgs im Jahr 1258 die Burg. Ulrich von Wellenberg gerät dabei in Gefangenschaft. Im Verlauf der nächsten 100 Jahre sieht das wieder errichtete Bauwerk am Wellenberg mehrere Besitzer und gelangt schliesslich um 1358 in den Besitz der Familie Hohenlandenberg, welche auch die heutige Ruinenanlage Neuburg besitzt.

 

 

1512 übernimmt der nicht allzu zimperliche Mötteli von Rappenstein die Herrschaft. In der Folge verwaltet die Adelsfamilie von Ulm die Besitzung während mehr als 130 Jahren. 1669 erwirbt Johannes Escher im Auftrag der Stadt Zürich die Liegenschaft, welche diese am 17. November 1815 wiederum verkauft. Fortan befindet sich der Sitz als Spekulationsobjekt in Privathänden. Am 24. März 1900 verkaufen die Geschwister Nikolaus, Verena und Louise Bienz der Familie Schenkel den inzwischen errichteten Gutsbetrieb zusammen mit dem Schloss. Im Jahr 2002 wird das Schloss unter Bundesschutz gestellt und zwei Jahre später wird im Rahmen der Jubiläumsfeier „800 Jahre Schloss Wellenberg“ die Stiftung Schloss Wellenberg gegründet. Diese setzt 2013 und 2014 mit der Renovation des südlichen Schlossdachs und der Trotte weitere Marksteine in der Geschichte.

Stiftung Schloss Wellenberg

Die Zielsetzung

Das Schloss Wellenberg in der Gemeinde Felben-Wellhausen zählt zu den historischen Kulturobjekten im Kanton Thurgau und steht seit dem Jahr 2002 unter Bundesschutz. Damit diese Tatsache auch für die zukünftigen Generationen Gültigkeit hat, müssen wir die historisch wertvolle Substanz des Schlossgutes nicht nur erhalten, sondern auch fördern.

 

Gerade das Fördern ist eine Aufgabe, welche mit einem sehr grossen Aufwand verbunden ist. Einfache Unterhaltsarbeiten genügen nicht. Um ein möglichst dauerhaftes, zukunftgerichtetes Resultat zu erzielen, müssen Restaurierungen fachgerecht ausgeführt werden. Dies verlangt den Einsatz von Handwerkerinnen und Handwerkern mit spezieller Ausbildung und Erfahrung. Nur dieses professionelle, aber auch kostenintensive Vorgehen kann die Zielsetzung erfüllen.

Mit Blick in die Zukunft wurde im Frühling 2004 die selbständige Stiftung Schloss Wellenberg, mit Sitz in Felben-Wellhausen, errichtet.

 

 

 

Der Zweck

Die Stiftung will die öffentlich zugängliche historische Substanz des Schlossgutes Wellenberg erhalten und fördern. Dazu übernimmt sie Kosten oder Kostenteile für Renovationen an Gebäuden und Einrichtungen sowie für die Förderung, Unterstützung und Rückführung der historisch wertvollen Substanz an Gebäuden, Einrichtungen und Parkanlagen. Die Stiftung kann auch weitere Tätigkeiten, welche den genannten Zielen dienen, wie Märkte, kulturelle oder sportliche Veranstaltungen, eine Website usw. betreiben oder unterstützen.

 

Die ausgeführten Arbeiten und die Projekte

Dank der wertvollen Unterstützung unserer Gönnerinnen und Gönner konnten bis heute die nachstehenden Arbeiten ausgeführt werden:

 

2005 wurde die nur noch in Fragmenten vorhandene Stützmauer der Schlossallee wieder aufgebaut. Nach nur einem Monat Bauzeit war die Arbeit vollbracht. Die neue Mauer präsentiert sich als ein stilvolles Bauwerk, welches den fachlichen und historischen Ansprüchen voll gerecht wird. Die Schlossallee steht wieder auf festem Grund.
Dank dem gezielten Einsatz der vorhandenen Ressourcen konnte nicht nur der westliche Teil der Mauer, sondern auch ein baufälliger Teil der Ostmauer ersetzt werden.

 

2007 wurden die Sandsteineinfassungen vom gotischen Gewände, von den nach Südwesten gerichteten Fenstern im obersten Stock, umfassend renoviert. Die ältesten Teile dieser Sandsteineinfassungen stammen aus dem Jahr 1520. Immer wieder ausgebessert und teilweise mit Eichenholz abgestützt, waren Teile der Einfassungen gebrochen und drohten sogar abzustürzen. Jetzt ziert ein fachlich einwandfreies Sandsteingewände die neuen Fenster.

 

Im Zug dieser Renovationsarbeiten am Fenstergewände konnten in der noch bestehenden Westwand der Kapelle recht gut erhaltene Wandmalereien aus den Jahren 1521 und 1710 freigelegt werden. Dank fachmännischer Arbeit des Restaurators Rolf Zurfluh bleibt nun neben der noch bestehenden Wandnische mit dem Altar ein weiteres Kleinod erhalten.

 

2009 bis 2013 gelangte das Projekt „Schlossdach“ schrittweise zur Ausführung.
Das südliche Schlossdach hatte eine schwere Last zu tragen. Diese Last war so gross, dass sich das Dach im Lauf vieler Jahre verformt hat. Richtig betrachtet musste die Last jedoch nicht getragen werden, sondern sie hing in Form der darunter liegenden Stockwerke an der Dachkonstruktion. Mit der Zeit hatten sich die Decken und Böden der Räume verschoben und verschiedene Balken trugen nur noch schlecht. So wurden diese vor vielen Jahren zwecks Entlastung mit den Dachbalken verbunden. Dieses Gewicht führte nicht nur zur Verformung des Dachs, sondern auch zu ernsthaften Brüchen im Gebälk.

 

Treu der Tatsache „Ohne Dach kein Haus“ hatte der Stiftungsrat die Wichtigkeit dieser Problematik seit längerer Zeit erkannt. Der erste Schritt dieses Projektes kam in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Kantons Thurgau zur Ausführung. Ein Ingenieurbüro untersuchte die Statik vom Dach. Das Ergebnis dieser Expertise bildete die Grundlage für das weitere Vorgehen.

Historischer Markt

 

Zur Entlastung der südlichen Dachkonstruktion wurde im Schloss-Saal eine permanente Deckenstütze eingebaut. Dafür musste die bestehende Gipsdecke an veschiedenen Orten für Sondierungen geöffnet werden. Als grosse Überraschung kam eine gut erhaltene, sehr schöne Decke aus Eichen- und Tannenholz zum Vorschein. Sie wurde von Handwerkern mit bewundernswerter Fertigkeit im Jahr 1518 errichtet. Dieses Datum konnte mit der Dendro-Datenuntersuchung belegt werden. Es war die Zeit, als das Schloss im Besitz der Familie Mötteli von Rappenstein war. Die gereinigte und mit kleinem Aufwand restaurierte Decke gibt nun dem Schloss-Saal eine sehr historische Note.

 

2013, von März bis August, wurden das Dach und der Dachstock renoviert.

 

2014, von Juli bis Oktober, wurden der Dachstuhl, das Dach und das Mauerwerk der ehemaligen Trotte renoviert.

 

Im Einklang mit dem Ziel der Stiftung, werden sämtliche Arbeiten so ausgeführt, dass die historische Substanz erhalten respektive gefördert wird.

 

Herzlichen Dank allen Gönnerinnen und Gönnern!

 

Die Renovationsarbeiten an der ehemaligen Trotte 2014

Der Rebberg am klimatisch wenig vorteilhaften Nordhang des Schlossgutes ist längst verschwunden. Die Trotte jedoch, steht heute noch. Vor vielen Jahren ihrer ursprünglichen Funktion enthoben, wurde sie später umgenutzt und deshalb auch umgebaut. Zuletzt, bis ins Jahr 1973, diente sie als Siloscheune. Später fristete die ehemalige, stattliche Trotte nur noch als Wagenschopf ein eher tristes Dasein.

 

Dachrenavation

 

Das Gebäude, in seiner ursprünglichen Form noch erkennbar, bildet somit einen Teil der historisch wertvollen Substanz des Schlossgutes. In einem ersten Schritt geht es darum, diese Substanz zu erhalten. Bedingt durch den damaligen Umbau und das hohe Alter ist der Dachstuhl in bedrohliche Schräglage geraten. Das Dach, immer wieder notdürftig geflickt, hält den Witterungseinflüssen nicht mehr Stand. Ohne professionellen Eingriff kann es zum Einsturz kommen. Das Richten von Dachstuhl und Dach und die Renovation des originalen Mauerwerks haben deshalb hohe Priorität.

 

Juli

Das erst im Jahr 1926 erstellte Vordach wird abgedeckt und abgebrochen. Die Ziegel werden zur späteren Wiederverwendung gestapelt. Gut sichtbar ist nun die Nordfassade der Trotte mit den grosszügigen Fensteröffnungen

 

Dachrenavation

 

Eine völlig neue Perspektive!


Dachrenavation

 

Im Trottenraum sind die vor Jahren eingebauten Eisenverstrebungen sichtbar, welche das Gebäude massgeblich vor dem sicheren Einsturz bewahrt haben.

 

Dachrenavation

 

Damit es möglich ist den Zustand des Fundaments zu beurteilen, wird der vor Jahren aufgefüllte Schutt wieder ausgehoben.

 

Dachrenavation

 

Mächtige Balken, die während Jahren von Schutt bedeckt waren, sind noch erhalten. Teilweise, wie zum Beispiel der Unterteil der Säule rechts im Bild, haben sie der eindringenden Feuchtigkeit nicht standgehalten.

 

Dachrenavation

 

Während die Innenarbeiten fortschreiten, wird das Gebäude allseitig eingerüstet.

 

Dachrenavation

 

Die Ziegel werden abgedeckt und die Dachlattung wird entfernt.

 

Dachrenavation

 

Nach der Entfernung loser Riegelfüllungen wird die Trotte nur noch als eigentliches Gerippe dastehen. Der Grosseinsatz der Zimmerleute steht jetzt bevor.

 

Dachrenavation

 

 

August

Das Balkenwerk präsentiert sich in unterschiedlichem Zustand. Schadhafte Teile sind zu ersetzen, andere Teile können gebürstet und wieder verwendet werden.

 

Dachrenavation

 

Allerdings ist die ganze Sache nicht gar so einfach. Wie bereits beschrieben, ist während der vergangenen Jahre das ganze Gebäude aus den Fugen geraten. Zuerst gilt es also, die Konstruktion eingehend zu beurteilen.

 

Dachrenavation

 

Nun wird das ganze Gefüge sehr vorsichtig gerichtet. Dazu wird es an verschiedenen Stellen bis zu einer Höhe von 93 cm angehoben, genau ausgemessen und fixiert.

 

Dachrenavation

 

Nach dem Anheben präsentiert sich die Konstruktion in einem Zustand der es erlaubt, die Holz- und Mauerarbeiten gefahrlos in Angriff zu nehmen.

 

Dachrenavation

 

Neuzeitliche Baustoffe werden nur dort verwendet, wo es sinnvoll und notwendig ist. Einige Stellen im Fundament, die eine grosse Last zu tragen haben, müssen mit Beton verstärkt werden um ein Wiederabsinken zu verhindern.

 

Dachrenavation

 

Da staunt der Laie, doch die Fachleute wissen was sie tun. Aus dem Gerippe entsteht zusehends ein tragfähiges Dach.

 

Dachrenavation

 

Seriöse, fachlich richtige Arbeit, verlangt auch nach neuem Material.

 

Dachrenavation

 

Nicht alle schadhaften Stellen lassen sich konventionell reparieren. Der Dachstuhl kann auf der Nord- und Südseite nur mit einem speziellen Verfahren in seiner ursprünglichen Position befestigt werden.

 

Dachrenavation

 

Da die ganze Konstruktion angehoben wurde, wird nun das untere Mauerwerk bis auf die neue Höhe der Balken ergänzt.

 

Dachrenavation

 

Auch die Arbeiten am Dach schreiten zügig voran.

 

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Immer wieder gilt es, diese Arbeiten durch genaue Messungen zu überprüfen.

 

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Noch bestehendes Riegelwerk präsentiert sich in unterschiedlichem Zustand. Wenn immer möglich, wird der Bestand erhalten.

 

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Schlechtes Riegelwerk wird abgebrochen und ersetzt.

 

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Hier hat der sogenannte „Zahn der Zeit“ ganze Arbeit geleistet.

 

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Die Aufschieblinge, welche das Vordach tragen, werden geflämmt und gebürstet.

 

Dachrenavation

 

Und so präsentieren sich die später von unten und von der Seite sichtbaren Aufschieblinge.

 

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Auf der Südseite entstehen zwei Dachgauben.

 

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September

Blau in blau – schönes Wetter trägt zum bereits vorhandenen, guten Arbeitsklima bei.

 

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Bestehende Riegelfüllungen werden nach Möglichkeit ausgebessert. Viele müssen jedoch neu aufgemauert werden. Natürlich auch dort, wo das Riegelwerk ersetzt wurde.

 

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Noch vorhandene Spuren (rechts) dienen als Vorlage für das Farbmuster. Auch hier gilt es, die historische Substanz zu erhalten

 

Dachrenavation

 

 

Die Nordfassade ist für das Verputzen mit dem selbstgemischten Sumpfkalkmörtel vorbereitet.

 

Dachrenavation

 

Das Löschen des Sumpfkalks geschieht nach traditioneller Art.

 

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Der Innenraum wird teilweise mit Holz verkleidet.

 

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Das Anbringen der Dachlattung verlangt eine äusserst exakte Arbeit.

 

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Der bereits gerichtete südliche Anbau erhält den renovierten Dachbalken zurück.

 

Dachrenavation

 

Wieder gesetzt – passt genau!

 

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Eine wahrhaftige Nebelaktion – die Dachziegel kommen!

 

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Auch das Verputzen mit dem Sumpfkalkmörtel verlangt Feinarbeit.

 

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Der südliche Anbau nimmt innen Gestalt an. Mit gebrauchten Brettern wird ein Dachboden eingebaut.

 

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Eine Ansicht von oben zeigt eindrücklich den momentanen Stand der Arbeiten am Dach.

 

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Und so ist die Ansicht von oben entstanden.

 

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Von den Spenglern werden Dachrinnen und Ablaufrohre installiert.

 

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Hand in Hand zu arbeiten führt bekanntlich zu einem guten Resultat.


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Die beiden Gauben werden gegen Witterungseinflüsse abgedichtet.

 

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Kaum zu glauben, dass diese Ecke vom Zahn der Zeit völlig zerstört war.

 

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Eine ruhige und ausdauernde Hand ist gefragt – an der Nord- und Ostfassade erhält der Riegel den ersten Anstrich.

 

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Die Dachdecker legen die letzten Ziegel. Auf dem Dach der Trotte liegen jetzt 10520 Biberschwanzziegel (davon sind ca. 6000 handgemacht). Auf dem südlichen Anbau sind es um die 1250 Muldenfalzziegel. Total wurden 1950 Meter Dachlatten verlegt.

 

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Oktober

Die Westfassade erhält das Fenstergewände. Im unteren, gemauerten Teil, werden Sandsteinfassungen eingebaut.

 

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Im oberen Teil sind es Holzfassungen.

 

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Das frühere, nicht mehr stabile Tor muss ersetzt werden. Ein passendes Exemplar findet sich im historischen Bauteillager der Denkmalstiftung Thurgau.

 

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Entlang der Nordfassade wächst eine kunstvoll aufgeschichtete Bruchsteinmauer.

 

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Der Restaurator bemalt die Ostfassade mit einem Stück Geschichte über das „Was, Wer und Wann“.

 

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Und so präsentiert sich das Kunstwerk hoch oben unter dem Dachgiebel.

 

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Teil um Teil verschwindet jetzt das Baugerüst und der Blick auf das renovierte Bauwerk wird frei.

 

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Letzte Pinsel-Feinarbeit am Riegel.

 

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Auch dies gehört zum historischen Bild – die Gauben werden mit Schindeln verkleidet.

 

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Auferstanden aus dem herbstlichen Morgennebel – rund drei Monate haben die Arbeiten gedauert, um die ehemalige Trotte vor dem drohenden Zerfall zu retten.

 

Dachrenavation

 

Allerdings gibt es keinen Plan, in Zukunft hier wieder einen eigenen Wein zu keltern. Wie vorgesehen wurde nur die Gebäudehülle renoviert.
Der beliebte Wellenberger Schlosswein wird also weiterhin aus einem regionalen Weinbaugebiet stammen.

 

Dachrenavation

 

Durch die Rückführung dieser historisch wertvollen Gebäudesubstanz wird das Schlossgut Wellenberg erhalten und gefördert. Dies ganz im Sinne der Ziele der Stiftung Schloss Wellenberg.

 

Nachstehend das Team, welches mit grosser Fachkenntnis und Einsatz diesen Erfolg ermöglicht hat:

 

Architekturbüro Gabriel Müller mit
Gabriel Müller

 

Angst AG – Spenglerei, Sanitäre Anlagen

 

Beerli und Erné AG - Dächer, Fassaden, Isolationen mit
Sandro Erné, Reto Eigenmann, Vico Erné, Lars Hofmann, Anet Hotz, Jan Hudacek, Driton Krasniqi, Walter Lenz, Heinz Schneider

 

Denkmalpflege des Kantons Thurgau mit
Ueli Wepfer

 

Elektro Kübler GmbH mit
Roman Kübler, Céline Keller, Simon Walser

 

Finger Gerüstbau GmbH mit
Roland Finger, Suad Buduri, Lino Dias, Etienne Finger, Jorge Macedo,
Lutz Schleusing

 

Geiges Karl AG – Strassen, Tief- und Flussbau

 

Hossmann Holzbau AG mit
Christof Hossmann, Malte Buhr, Fabian Krucker, Patrik Oettli, Bruno Stadler, Oliver Strupler, Peter Zahner

 

Kellerfensterbau AG mit

Markus Waldburger, Thomas Morik, Yannic Schuppisser, Bajram Selami, Alessandro Ruggeri, Dominik Schafknecht, Rolf Zahnerr

 

Natursteinarbeiten für Haus und Garten GmbH mit
Christof Schenkel, Mike Rhyner, Thomas Rhyner, Ingo Schondelmaier

 

Renoantik mit
Walter Sturzenegger, Georg Duft

 

Restaurator Rolf Zurfluh mit Lyle Zurfluh, Jessica Wehrli

 

Dachrenavation

 

Allen Beteiligten gehört ein Dankeschön!


Text und Bild: Andreas Barben

 

 

Die Arbeiten am Schlossdach 2013

März

Ein schwindelerregendes Baugerüst mit einem temporären Notdach wird errichtet. Dieses setzt sich aus einzelnen Elementen zusammen, welche extremen Wetterbedingungen standhalten müssen. Zur Montage bringt ein Kran die Elemente in ihre Position. Diese nicht einfache Abeit verlangt vom Team der Gerüstbauer und vom Kranführer höchste Konzentration und eine bewundernswerte Zusammenarbeit.

 

Dachrenavation

 

April - Mai
Im Schutz des Notdachs wird das Dach abgedeckt. Jeder Ziegel wird begutachtet und auf eventuelle Markierungen untersucht. Einige sogenannte „Feierabend-Ziegel“ werden gefunden. Unter anderem mit dem Buchstaben „W“ (was vielleicht auf „Wellenberg“ schliessen lässt), einem Schlüsselabdruck, einem Schuh mit hohem Absatz, einem Blumenmuster (?) und mit einzelnen, schwer lesbaren Worten.
Alle unbeschädigten Ziegel (gut 50%) werden zwecks Wiederverwendung palettiert.

 

Umbau Arpil Schloss Wellenberg

 

Bei der Freilegung des Dachstuhls kommt In der nordwestlichen Ecke des Vordachs ein alter, getragener Kinderschuh zum Vorschein. Damit sind wir einem Brauchtum auf der Spur, welches einige Rätsel aufgibt.

 

Umbau Juni Schloss Wellenberg

 

Die verformte, schadhafte Dachkonstruktion, inklusive dem Glockentürmchen, wird gerichtet und wo notwendig ersetzt. Das neue Bauholz stammt zu 80% aus der Region, welche auch den eigenen Wald einschliesst.

 

Umbau Juni Schloss Wellenberg

 

Auf der Südseite (Seite Schlosseingang) hat sich der Trägerbalken des Dachstuhls über viele Jahre hinweg praktisch in das Nichts aufgelöst. Ein Grund, weshalb sich der schwere Dachstuhl und das Mauerwerk im Lauf der Zeit zunehmend nach Süden schoben.

 

Umbau Juni Schloss Wellenberg

 

Ein neuer Trägerbalken wird eingezogen und das schadhafte Mauerwerk wird ersetzt. Der Dachstuhl kann nun mit einem aufwendigen, speziellen Verfahren in seiner ursprünglichen Position befestigt werden.

 

Dachrenavation

 

Es werden erste Bodenbretter gelegt. Die Struktur der Räume nimmt bereits Form an.

 

Dachrenavation

 

Gleichzeitig werden Renovationsarbeiten am Mauerwerk, am Fassadenverputz und an den Fenstergewänden ausgeführt. Der Restaurator Rolf Zurfluh dokumentiert historische Farbfassungen und Malereien

 

Juni
Es gilt nicht nur auf historische Apsekte sondern, ebenfalls sehr wichtig, auf Energieeinsparung zu achten. Waren früher im „luftigen“ Estrich die Ziegel und die Schindeln sichtbar, entsteht jetzt ein Doppeldach mit Isolation. Auch die Böden/Decken werden mit einer Isolation versehen.

 

Dachrenavation

 

Das Vordach lagert auf sogenannten „Aufschieblingen“. Da diese von unten sichtbar sind, werden sie geflämmt und gebürstet.

 

Dachrenavation

 

Die Dachlattung wird angebracht. Von unten nach oben muss mit Präzision, das heisst auf den Zentimeter genau gearbeitet werden. Bei dieser grossen Dachfläche und bei einer beträchtlichen Firstneigung würden sich auch nur geringste Ungenauigkeiten kumulieren.

 

Dachrenavation

 

Gleichzeitig mit dem Innenausbau des Dachstuhls wird auch das Mauerwerk für den neuen Aussenverputz vorbereitet. Die Uhr wird selbstverständlich weiterhin die Sonnenstunden anzeigen.

 

Dachrenavation

 

Ein Augenblick der Ruhe und Besinnung – der wohl einmalige Ausblick vom Notdach, also von ganz oben.

 

Dachrenavation

 

Juli
Dachrinnen gab es lange vor Christus, nämlich bereits in der griechischen Kultur. Waren diese damals aus Stein und später auch aus Holz, so werden auf Schloss Wellenberg solche aus Kupfer montiert.

 

schloss wellenberg

 

Der Stapler hebt die Biberschwanziegel bis über das Vordach. Die Hälfte der benötigten Ziegel war bereits vor der Renovation auf dem Schlossdach, der restliche Teil stammt von andern Dächern und findet nun seinen neuen Platz auf Schloss Wellenberg.

 

schloss Wellenberg

 

Nun geht es an das Verteilen der Ziegel. Auch hier gilt: Trotz Stapler und Ziegellift – die Handarbeit hat nie ausgedient! Die zu deckende Fläche beträgt gut 400 Quadratmeter.

 

schloss wellemberg

 

Was vor vielen Jahren als unwichtig zugedeckt wurde, kommt nun wieder zum Vorschein und gibt interessante Hinweise.

 

schloss wellemberg

 

Der Dachstock, welcher sich bis vergangenen März in einem bedenklichen Zustand präsentierte wird so ausgebaut, dass er in Zukunft nicht nur von Mäusen und Mardern genutzt werden kann. Ueber den zur Zeit noch geheimen Verwendungszweck werden wir später berichten.

 

schloss wellenberg

 

schloss wellenberg

 

Noch vorhandene Spuren lassen erkennen, dass zu unbekannter Zeit ein Kachelofen abgebrochen und durch eine seit Jahren nicht mehr verwendetete Räucherkammer ersetzt wurde. An ihrer Stelle wird wieder ein Kachelofen aufgebaut. Dieser stammt aus dem Jahr 1809. Er wurde 1930 in einem Frauenfelder Stadthaus abgebrochen und findet nun als Dauerleihgabe des Kantons Thurgau seinen neuen Platz auf Schloss Wellenberg.

schloss wellenberg

 

August
Auf dem europäischen Festland sind originale Wetterfahnen ungefähr ab dem 16. Jh. erhalten geblieben. Getreu dem Sitftungsziel, die historische Substanz wenn immer möglich zurückzuführen, dokumentieren die Farben Blau und Weiss, dass Schloss Wellenberg etwa zu dieser Zeit im Besitz der Stadt Zürich war (1669-1815). Es darf definitiv angenommen werden, dass die Wetterfahnen in den Zürcherfarben erstrahlten, da zur Zeit des Heinrich Escher, gewesener Bürgermeister der Stadt Zürich, der Dachstock für dessen Bedürfnisse umgebaut wurde.

 

schloss wellenberg

 

Heute, im 21. Jh., ist die grosse Fachkenntnis und freiwillige Arbeit von Moritz Blum für die Herstellung der beiden neuen Wetterfahnen wegweisend. Die Schmiedekunst besorgt Marek Krähenbühl und den Pinsel führen Erich Gentsch und Roman Schwabl.

 

schloss wellenberg

 

schloss wellenberg

 

Das Brauchtum verlangt, dass die Kupferkugel einige Beigaben (z.B. Dokumente) aus der Zeit der Aufrichtung enthält. Ein gut verschlossener, geschichtlicher Hinweis für spätere Generationen.

 

schloss wellenberg

 

Der provisorische, gerüstseitige Zugang wird nun definitiv geschlossen und auf einer Gesamtfläche von rund 400 Quadratmetern werden die letzten Dachziegel gelegt.

 

schloss wellenberg

 

schloss wellenberg

 

Selbstverständlich wird das alte Brauchtum beibehalten. Einige „Feierabend-Ziegel“ finden ihren Platz.

 

schloss wellenberg

 

Unter dem Dach gehen die Arbeiten weiter. Böden aus Tannen- und Eichenholz werden gelegt. Der in Frauenfeld vor vielen Jahren abgebrochene und hier neu aufgebaute Kachelofen hat Gestalt angenommen. Nach einem Muster angefertigte Ofenkacheln weisen auf seinen jetzigen Standort hin.

 

schloss wellenberg

 

schloss wellenberg

 

September
Ein starkes Team! Gemeinsam haben sie im vergangenen März das Baugerüst aufgerichtet und dieses in harter Arbeit jetzt wieder abgebaut.

 

schloss wellenberg

 

schloss wellenberg

 

Der hoch konzentrierte Kranführer leistet beim Gerüstabbau Milimeterarbeit.

 

schloss wellenberg

 

Die stolzen Wetterfahnen und das sehr schön renovierte Glockentürmchen präsentieren sich jetzt unter freiem Himmel. Die Glocke ruft wieder, wie dies während Jahren der Fall war, zum Mittagessen.

 

 

Und unter dem renovierten Dach zeigt sich der Wohnraum wie um das Jahr 1520, als dieser vermutlich durch Joachim Mötteli von Rappenstein und Petronella von Ulm benutzt wurde.

 

Schloss Wellenberg

 

Schloss Wellenberg

 

Diese Arbeit, nur noch in Bruckstücken vorhandene Fragmente in ein Kunstwerk zu verwandeln, verdanken wir einem Team von Profis, das nichts dem Zufall überlässt.

 

Und hier sind sie, alle die Profis, welche sich während der vergangenen sechs Monate für diesen grossen Erfolg eingesetzt haben:

 

Architekturbüro Gabriel Müller mit

Gabriel Müller

 

Angst AG – Spenglerei, Sanitäre Anlagen mit

Felix Blum, Paolo Comito, Markus Grubenmann, Patrick Hejbaer, Andreas Künzle, Dominic Rechberger, Nicolas Roth, Rico Wyler

 

Beerli und Erné AG - Dächer, Fassaden, Isolationen mit

Sandro Erné, Reto Eigenmann, Vico Erné, Anette Hotz, Jan Hudacek, Stefan Lange, Walter Lenz, Heinz Schneider, Marc Weber

 

Denkmalpflege des Kantons Thurgau mit

Urs Fankhauser

 

Elektro Kübler GmbH mit

Jakob Kübler, Almir Elkaz, Céline Keller, Roman Kübler, Stefen Moser

 

Finger Gerüstbau GmbH mit

Roland Finger, Miguel Alves, Kapllan Berisha, Micael Da Silva, Lino Dias, José Ferreira, Etienne Finger, Raphael Finger, Jorge Macedo, Lutz Schleusing, Buduri Suad, Roberto Suarez, Peter Theiler

 

Geiges Karl AG – Strassen, Tief- und Flussbau

 

Holzbildhauer, Möbelrestaurator Markus Frei mit Markus Frei

 

Hossmann Holzbau AG mit

Christof Hossmann, Hanspeter Aeschbacher, Simon Baykan, Daniel Bommer, Lucca Hanselmann, Fabian Krucker, Patrik Oettli, Bruno Stadler, Peter Zahner

 

Jakob Haas AG mit
Rolf Haas, Janic Clement, Sereina Fröhlich, Patrick Hostettler, Roland Muggli, Denise Steinemann, Gisela Zurlinden

 

Jakob Muri AG - Uhren und Turmuhren, Zweigstelle Ostschweiz mit Max Bretscher, Anastasius Hartmann, Phillip Hüsser

 

Jgnaz Keller Fensterbau mit
Jgnaz Keller, Michi Leuenberger, Dominik Schafknecht, Peter Schefer, Rolf Zahner

 

P. Klemenz Keramik mit

Peter Klemenz

 

Natursteinarbeiten für Haus und Garten GmbH mit
Christof Schenkel, Mike Rhyner, Thomas Rhyner, Ingo Schondelmaier

 

Ofen- und Cheminéebau Sasso mit

Claudio Sasso

 

Renoantik mit
Walter Sturzenegger, Georg Duft

 

Restaurator Rolf Zurfluh

 

Schmiede Marek Krähenbühl mit

Marek Krähenbühl

 

Schütz Heizungsbau mit
Werner Schütz, Riccardo Manzoni, Joshua Roshardt, Remo Schütz

 

SJB.Kempter.Fitze AG, Standort Frauenfeld mit Christoph Meier, Oliver Fricke

 

Wetterfahnen – Entwurf, Planung und Ausführung mit
Moritz Blum, Erich Gentsch, Marek Krähenbühl, Roman Schwabl

 

Schloss Wellenberg

 

Allen Beteiligten gehört ein Dankeschön. Und falls jemand seinen Namen vermisst – bitte melden!


Text und Bild: Andreas Barben

 

Siehe auch FOTOS

Der Stiftungsrat

Seit dem 16. Februar 2015 setzt sich der Stiftungsrat aus den folgenden Mitgliedern zusammen:


  • Roland Kienast, Frauenfeld (Präsident)
  • Christof Schenkel, Spezialist für historisches Mauerwerk, Schloss Wellenberg (Stifter und Vizepräsident)
  • Antonio Gerbino, Felben-Wellhausen (Finanzen)
  • Res Barben, Wellenberg (Aktuar)
  • Urs Fankhauser, Denkmalpfleger, Frauenfeld
  • lic. phil. Andrej Rudolf Jakovac, Unternehmer und Historiker, Frauenfeld
  • Susanne Obwegeser, Image-, Farb- und Stilberaterin, Frauenfeld
  • Dr. Joachim Pfauntsch, Werkleiter Zuckerfabrik Frauenfeld, wohnhaft in Frauenfeld

Revisionsstelle: Fecker Treuhand, Felben-Wellhausen

Die Gönnerschaft

Wir sprechen Privatpersonen, Firmen und Institutionen an, welche gewillt sind, unsere Absicht „Erhalt des Schlossgutes Wellenberg“, laut dem Stiftungszweck, mitzutragen.

 

Sind Sie interessiert, die Stiftung Schloss Wellenberg zu unterstützen? Sie finden weitere Angaben in der angefügten Gönnerinformation.

Werden Sie GönnerIn.

Stiftung Schloss Wellenberg

8500 Frauenfeld

Telefon (ab 19 Uhr) und Fax 052 721 84 01

 

Zum Email-Formular

 

Bankverbindung: Raiffeisenbank 8501 Frauenfeld

BC 81384

SWIFT-BIC RAIFCH22D84

IBAN CH87 8138 4000 0062 9025 8

Postkonto 85-708-2

Stiftung Schloss Wellenberg


Schloss Wellenberg · 8500 Frauenfeld · Kontakt/Lageplan